Die europäische Handelslandschaft wird zunehmend von Filialisten geprägt. Auch wenn die Handelsstrukturen in den 27 Ländern der EU differieren, bedrängen die Filialisten die klassischen kleinbetrieblichen Fachhändler. Dies belegt die Unternehmensberatung BBE RETAIL EXPERTS in ihrer Studie “Handelsszenario Europa 2020″ vom Februar 2009.
Demnach habe der Filialisierungsgrad im Fachhandel von 27,3 Prozent in 1995 auf 40,8 Prozent in 2007 zugenommen.
Großbritannien liegt mit einem Filialistenanteil von 67,8 Prozent weit vorn, gefolgt von Deutschland (49,5 Prozent), Österreich (48,5 Prozent), Schweden (47,4 Prozent) und Polen (42,8 Prozent).
Fachmärkte und Filialisten sind insgesamt deutlich stärker gewachsen als andere Vertriebsformen; vor allem in Südeuropa und in den Schwellenmärkten von Zentraleuropa wie Polen, Tschechische Republik und Ungarn führte die beträchtliche Expansion der Einzelhändler zu diesem Wachstum. Somit gehören Fachmärkte wie Filialisten europaweit zu den Zukunftskonzepten im Einzelhandel.
Europaweit konnten Filialkonzepte in den letzten 12 Jahren am stärksten in Polen an Raum gewinnen, weiß Dr. Susanne Eichholz-Klein, Autorin und Projektleiterin bei den BBE RETAIL EXPERTS, zu berichten. „Heute werden bereits 42,8 Prozent der Fachhandelsumsätze in Fachmärkten und bei Non-Food-Filialisten realisiert – 1995 waren es nur 7 Prozent“, so Dr. Eichholz-Klein.
Aufgrund der bisherigen Entwicklung zeigt sich ein zweigeteiltes Europa: ein hochkonzentrierter west- und nordeuropäischer Teil ergänzt um Polen und ein mehr kleinbetrieblich aufgestellter Süden und Osten Europas.
Für mögliche Expansionsunternehmungen ergeben sich damit die folgenden Ansätze: in weniger entwickelten Ländern mit der Nachfrage wachsen oder in hoch entwickelten Ländern und größerem Potenzial andere Anbieter verdrängen, so lautet ein Fazit der Gemeinschaftsstudie von BBE und der Deutschen Industriebank IKB mit Unterstützung des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels.
Wichtigste Keywords für den Artikel: Filialen, Fachhandel, BBE



